
Wein ist für uns Leben
Unser Weingut ist weit mehr als nur ein Arbeitsplatz – es ist unsere Heimat, unser Zuhause und unser Rückzugsort. Die Böden, auf denen unsere Reben wachsen, sind unser Kapital, unsere Grundlage und zugleich unsere Identität. Die Reben betrachten wir als unsere Kinder, sie sind unsere Verpflichtung und der Grund, weshalb wir jeden Tag voller Leidenschaft aufstehen. Der daraus gewonnene Wein verkörpert unsere Art, unsere Philosophie und unser Sein.
Unser Handeln wird von der Natur und ihren Launen bestimmt – nicht wir bestimmen über sie. Es ist ein stetiges Suchen nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen Yin und Yang, zwischen Oxidation und Reduktion, zwischen aktivem Eingreifen und dem Geschehenlassen.

Rebberg
Den Boden und seinen Rebstock zu verstehen ist für uns die Grundlage eines jeden erfolgreichen Weinbaus. Wir beobachten aufmerksam, wie sich die unterschiedlichen Bodentypen auf das Wachstum und die Entwicklung der Reben auswirken, und passen unsere Massnahmen gezielt an die jeweiligen Bedürfnisse an. Durch diese enge Verbindung und das Wissen um die Eigenheiten des Bodens können wir Weine erschaffen, die ihre Herkunft authentisch widerspiegeln und mit jedem Jahrgang neue Facetten zeigen.

Verantwortungsvolle Bewirtschaftung
Seit 2016 bewirtschaften wir unsere Rebberge nach den Richtlinien von Bio Suisse. Wir setzen uns intensiv dafür ein, unsere Rebberge aus der Monokultur zu lösen und ihnen ein artgerechtes und vielfältiges Zuhause zu bieten. Ein zentrales Element unserer Philosophie ist der Einsatz von Komposttee bei der Bodenbearbeitung. Dadurch fördern wir gezielt die humusbildende Population von Mikroorganismen im Boden. Die damit verbundenen Einsaaten von Kräutern, Gräsern und blühenden Pflanzen in unseren Rebbergen ermöglicht uns vielfältige Lebensräume zu schaffen. Diese Massnahme verbindet unseren Boden mit der Aussenwelt und fördert die Biodiversität, wie auch ein gesundes Ökosystem.
Für uns steht das Gleichgewicht im Rebberg im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir regulieren die Trauben nicht nach dem angestrebten Ertrag, sondern nach dem Potential eines jeden Rebstockes. Das Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Produktion und Regeneration der Reben zu schaffen. Durch diese sorgsame und einfühlsame Herangehensweise gelingt es uns, weitgehend auf den Einsatz von Dünger zu verzichten. Ein weiterer zentraler Baustein in unserem System der Balance und Nachhaltigkeit.

Weinkeller
Gesundheit der Trauben als Grundstein unserer Qualität
Die Gesundheit unserer Trauben steht bei uns an oberster Stelle und bildet die Grundlage für die Qualität unserer Weine. Aus diesem Grund ist es für uns selbstverständlich, sämtliche Trauben von Hand zu ernten und bereits im Rebberg sorgfältig zu selektionieren. Jede Traube wird entsprechend ihrer Herkunft – sei es Klon oder Lage – separat ausgebaut. Für jede einzelne Partie suchen wir die passende Ausbaumethode, wobei der Jahrgang eine entscheidende Rolle spielt: Während wir in wärmeren Jahren gezielt darauf achten, die Frische zu bewahren, liegt unser Fokus in kühleren Jahren vermehrt auf der Struktur. So entstehen Jahr für Jahr eigenständige und charaktervolle Weine, die den jeweiligen Jahrgang authentisch widerspiegeln.
Die Natur entscheidet über unser Handeln, nicht wir über die Natur.
Unsere Philosophie im Keller ist von der Natur geprägt – sie gibt den Takt vor und bestimmt unser Vorgehen. Wir vertrauen auf spontane Vergärung und lassen die Weine meist lange auf der hofeigenen Hefe reifen. Dadurch spiegeln die Weine unsere Eigenheiten wider und bewahren ihre Individualität. Auf einen übermäßigen Einsatz von Neuholz verzichten wir bewusst, um die Frucht und die natürliche Struktur unserer Weine zur Geltung zu bringen.
Auszeichnungen

Die Geschichte des Guts Eichholz.

Späte 1800'er Jahre
Mit der Kanalisierung des Rheins und der Verlegung der Durchgangsstrasse in die Rheinebene verlor der «Eichholzweg» seine Bedeutung als Handelsroute. Dadurch büßte das Gut Eichholz seinen einstigen Glanz ein und wurde fortan als Armen- und Waisenhaus genutzt.Im Jahr 1920 zeigte der Safier Jakob Hunger Interesse am Eichholz und erwarb es für einen vergleichsweise geringen Betrag von der Gemeinde Jenins. Der Hof diente ihm und seiner Familie als traditioneller landwirtschaftlicher Betrieb mit Tierhaltung.

Römerzeit
Der Ziehbrunnen im Inneren des Weingutes, mit einer Tiefe von 32 Metern, ist ein eindrucksvolles Zeugnis der langen und bewegten Geschichte des Hofes Eichholz. Seine Existenz verweist darauf, dass die Wurzeln des Anwesens bis in die Römerzeit zurückreichen.
In jener längst vergangenen Epoche, als der Rhein noch unreguliert durch das Rheintal floss, befand sich der Hof Eichholz an einer bedeutenden Handelsroute zwischen Chur und Maienfeld. Überlieferungen zufolge diente das Gut damals als Pferdewechselstation. Händler, die die anstrengende Reise auf sich nahmen, fanden hier eine willkommene Rastmöglichkeit, um sich und ihre Tiere zu erholen, bevor sie ihre Reise fortsetzten.

Nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffneten sich der Familie Hunger neue Perspektiven. Sie begannen in der Transportbranche Fuß zu fassen, wodurch die Landwirtschaft nach und nach in den Hintergrund geriet und schließlich keine Nutztiere mehr gehalten wurden. Damit stand das Gut erneut vor einem grundlegenden Wandel seiner Nutzung.
Durch die Ehe von Irene Grünenfelder mit Hans-Jakob Hunger, begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Guts Eichholz. Wie zu jener Zeit üblich, bewirtschaftete die Familie neben dem Grünland auch eine kleine Rebparzelle. Dort erhielt Irene erstmals Einblicke in die Arbeit eines Winzers und schon bald entstand die Idee, ein eigenes Weingut zu gründen.
Durch verschiedene Umbauten der alten Stallungen konnte Irene Grünenfelder 1995 ihren ersten Wein im Eichholz keltern. Mit großem Engagement und viel Willenskraft entwickelte sie den Betrieb zu einem der Vorzeigeweingüter in der Bündner Herrschaft. Seit 2021 arbeitet auch ihr Sohn Johannes Hunger auf dem Gut mit. Gemeinsam schreiben sie das nächste Kapitel in der Geschichte des Eichholz.


















