Das Weinjahr 2026
Ein Jahr der Extreme
Vegetation und Wetter
Der warme, trockene Winter führte zu einem frühen Vegetationsbeginn: Bereits Anfang April trieben die Knospen aus und Ende April waren die Triebe rund 20 cm gross. Die frühe und reibungslos verlaufene Blüte weckte die Hoffnung auf einen guten Ertrag. In diesem heissen und aussergewöhnlich trockenen Sommer bewährten sich die tiefgründigen und lehmhaltigen Böden in Jenins: Sie speicherten genügend Wasser und versorgten die Reben zuverlässig. Bereits am 20. Juli setzte der Farbumschlag ein – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Ernte immer näher rückte.
Die Ernte
Die Ernte begann bereits am 22. August mit den Trauben für unseren Schaumwein. Danach folgte der Blanc de Noir, und ab dem 3. September lasen wir die Pinot-Noir-Trauben für unseren Eichholz. Bemerkenswert war, dass sich die Reihenfolge der zu erntenden Parzellen deutlich von jener eines gewöhnlichen Jahres unterschied: Zuerst ernteten wir dieses Jahr sämtliche Rotweintrauben, bevor wir mit den weissen Sorten begannen. Dank des gesunden, nahezu makellosen Leseguts verlief die Weinlese aussergewöhnlich zügig. Wir nutzten die kühlen Morgenstunden für die Ernte und verarbeiteten die Trauben am Nachmittag im Keller. Dadurch wurden die Arbeitstage deutlich kürzer, und es blieb genügend Zeit, neue Ausbauarten auszuprobieren. Bereits am 12. September schnitten wir die letzten Trauben vom Stock und konnten die Ernte erfolgreich abschliessen.
Die Weine
Derzeit sind noch nicht alle unsere Weine zur Ruhe gekommen: Einige befinden sich in den letzten Zügen der Gärung, andere bereits im biologischen Säureabbau. Dennoch zeichnet sich schon heute ab, dass sich die frühe Lese ausgezahlt hat und wir wertvolle Erkenntnisse aus den vergangenen heissen Jahren erfolgreich umsetzen konnten. Wir ernteten tendenziell früher, extrahierten behutsamer und vergoren bei höheren Temperaturen. Davon erhoffen wir uns einen etwas tieferen Alkoholgehalt sowie eine zügige, vollständige Gärung ohne unerwünschten Restzucker. Bereits jetzt präsentieren sich die Weine erstaunlich frisch und präzise – weit entfernt von verkocht oder plump. Tiefgründig und ausgewogen: Diese beiden Begriffe beschreiben die Weine dieses Extremjahres wohl am treffendsten.
Was diesen Jahrgang besonders macht
Mehrere Faktoren trugen zur aussergewöhnlichen Qualität der Trauben bei: Die frühe und reibungslos verlaufene Blüte schuf die Grundlage für eine gleichmässige Entwicklung. Der geringe Krankheitsdruck förderte ein gesundes Lesegut. Während des trockenen Sommers versorgten die tiefgründigen und lehmhaltigen Böden in Jenins die Reben zuverlässig mit Wasser. Der moderate Wasserstress während der Reife konzentrierte die Aromen, ohne die Frische zu beeinträchtigen. Die nahezu makellosen Trauben konnten deshalb früh und zum optimalen Zeitpunkt gelesen werden – beste Voraussetzungen für ein exzellenten Jahrgang.

